Pfingsten ist das Fest des Aufbruchs Gottes mit den Menschen. Der Heilige Geist kommt nicht in eine fertige, geordnete Welt, sondern mitten hinein in Verunsicherung, Fragen und Übergänge. Die Jüngerinnen und Jünger damals erleben keine Rückkehr in alte Sicherheiten – sie werden verwandelt. Aus Angst wächst Vertrauen, aus Verschlossenheit Sendung, aus vielen Stimmen entsteht Verständigung. Pfingsten erinnert uns daran: Gottes Geist führt Kirche nicht rückwärts, sondern hinein in die Zukunft.
In einer ähnlichen Spannung steht heute auch die Kirche von Paderborn. Am 8.5.2026 hat das Erzbistum weitere Richtungsentscheidungen getroffen, um Kirche und Seelsorge in die Zukunft hineinzuführen. Für uns in Dortmund bedeutet dies, dass ganz Dortmund ein Seelsorgeraum mit einer Pfarrei werden soll. Dieser Seelsorgeraum startet am 1. Advent 2026. Danach beginnt eine Übergangszeit. In dieser Zeit sollen sich die Menschen vor Ort kennenlernen, gemeinsam orientieren und erste Strukturen entwickeln, bevor die inhaltliche pastorale Arbeit neugestaltet wird.
Der Seelsorgeraum Dortmund ist künftig die zentrale organisatorische Einheit. In ihm werden Pastoral, Personal, Verwaltung und Verantwortung neu geordnet. Wichtig bleibt dabei: Kirche soll weiterhin dort präsent sein, wo Menschen leben – in Gemeinden, Gruppen, Einrichtungen, Initiativen und sozialen Orten. Und so entstehen innerhalb des Seelsorgeraums neue Strukturen. Dort übernehmen Menschen Verantwortung für konkrete Bereiche, zum Beispiel: Gottesdienste, Gruppen, soziale Angebote, Gebäude, örtliche Projekte. Dabei wird vieles weiterhin ehrenamtlich getragen und gestaltet.
Wie soll das alles gelingen, fragen Sie sich? Vieles ist noch unklar. Aber: Pfingsten zeigt uns, dass Aufbruch möglich ist, auch wenn man gerade die größten Abbrüche erlebt. Es ist erst 50 Tage her, dass die Freunde Jesu seinen Tod miterlebten, und zehn Tage, dass er nach seiner Himmelfahrt nicht mehr zu sehen war. Im Vergleich dazu und mit der Gewissheit, dass sich schon damals sein Geist und Beistand durchgesetzt hat, können wir doch heute einfacher als damals hoffnungsvoll vertrauen.
Vielleicht wird Kirche kleiner, einfacher und vielleicht sogar beweglicher. Vielleicht werden neue Formen des Glaubens, des Mitein-anders und der Verantwortung wachsen. Entscheidend ist nicht, ob alles bleibt, wie es war, sondern ob das Evangelium auch morgen glaubwürdig gelebt und bezeugt wird.
So möge der Heilige Geist alle Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen begleiten, die Verantwortung tragen, Entscheidungen treffen und diesen Wandel mitgestalten. Möge er Trost schenken, wo Abschiede schmerzen, Kreativität wecken, wo Neues entstehen soll, und Vertrauen stärken, dass Gott seine Kirche auch in dieser Zeit führt. Denn Pfingsten ist die Verheißung: Gottes Geist wirkt weiter – heute mitten unter uns.
Weitere Informationen zu den Seelsorgeräumen unter: www.bistumsprozess.de
