Herrlich, diese Osterzeit! Jede Jahreszeit hat so seins… aber die österliche Zeit hat doch noch etwas Besonderes. Man spürt einen neuen Anfang, Aufbruchsstimmung.

Jesus Christus ist wahrhaft auferstanden, ER lebt, ER hat den Tod besiegt – einfach, und die Natur tut das Ihre für das eigene Wohlbefinden dazu. Alles blüht, wächst und gedeiht. Pures Leben.

Auch die Bibeltexte dieser Tage sind voll von dieser Stimmung – eine Gemeinde als ein Herz und eine Seele, so oder so ähnlich lesen wir es in der Apostelgeschichte.

Wenn, ja wenn da nicht „Mord und Totschlag“ zwischen wäre – die ersten Märtyrer – denken Sie nur an Stephanus. Und das macht mich jedes Mal traurig, weil in mir eine Stimme sagt – nein, Oli, das könntest du nicht. Nachfolge hin oder her. Um mir im nächsten Augenblick zuzusprechen, dass ich das auch gar nicht muss hier in Westeuropa, wo ich nicht wegen meines christlichen Glaubens verfolgt und sogar getötet werde.

Und dann spüre ich – es gibt sie doch, die kleinen „Verfolgungen“, die Anfechtungen, bei mir im Innern und von außen: Mal laut geäußert, mal ganz leise durch die mir begegnende Ignoranz, wenn ich mich als Christ (und dann noch als Priester) zu erkennen gebe.

An einem Samstag im April haben wir, das Vorbereitungsteam von Young Mission (Infos unter young-mission.de), es einfach gewagt. Wir sind hinausgegangen, zusammen mit einer Reihe von jungen Erwachsenen. Tatort: Platz vor St. Clara Hörde, direkt neben dem lebendigen Frühlingsmarkt. Wir hatten Musik, Eis und Kaffee auf einem Stand bereitet. Unter dem Motto „Gott gönnt“ sind je zwei von uns einfach mal unter die Leute, haben Luftballons und Einladungen zu unserem Stand verteilt – weil „Gott gönnt“.

Es war schon eine kleine Herausforderung für manch einen von uns. Wie würden die Menschen reagieren? Sie kennen es selbst: Samstagnachmittag, die letzten Wochenendeinkäufe sind zu tätigen, oder man will einfach eine schöne Zeit mit der Familie auf dem Markt verbringen. Wer lässt sich da schon gerne anquatschen?! Und es gab vereinzelt die Reaktionen, diese Ignoranz.

Die meisten aber waren überrascht, und zwar positiv. Dass sie das nicht erwartet hätten von der Kirche, und dann noch von so jungen Menschen. Tolle Gespräche kamen zustande bei Kaffee und Eis, und viele Kerzen wurden in der sonst verschlossenen Kirche entzündet. Ein schönes Glaubenszeugnis – einfach so, Samstagnachmittag, mitten „im Pott“. Denn „Gott gönnt“.