„Man sieht sich immer mehrmals im Leben“
Für Franz-Günther Wachtmeister

Die erste Begegnung mit Franz-Günther Wachtmeister hatte ich in den 1980er Jahren in unserer Priestergemeinschaft „Jesus Caritas“, die auf Charles de Foucauld zurückgeht. Wir trafen uns monatlich zur Begegnung und zum Austausch, und Franz-Günther – gerade Pfarrer der Franziskus-Gemeinde in Scharnhorst geworden – brachte seine Erfahrungen mit ein und auch die Konflikte, die diese Zeit geprägt hatten.

Im Jahr 1995 rief er mich dann an und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, sein Nachfolger in der Franziskus-Gemeinde zu werden: ich hatte Lust! So konnte ich dann im August 1996 die Aufgabe in Scharnhorst von ihm übernehmen.

Im Jahr 2014 – inzwischen gab es Pastoralverbünde und bei uns den entstehenden Pastoralen Raum Dortmund-Nordost – war gerade das Pfarrhaus in Lanstrop frei geworden, und zufällig erfuhren wir, dass Franz-Günther Wachtmeister als Pensionär eine neue Bleibe suchte. Schnell ließ er sich mit seiner Cousine Wiltrud Ramspott für das Haus in Lanstrop begeistern, und so war er seit sechs Jahren ein geschätzter und geachteter Subsidiar (Unterstützer) in den Gemeinden im Pastoralen Raum. Vor allem in Lanstrop sind beide schnell heimisch geworden, haben Freunde und Freundinnen gefunden, und Franz-Günther hat sich dort sehr wohl gefühlt.

Geschätzt haben die Menschen seine theologisch anspruchsvollen (aber auch umfangreichen) Predigten und seine einfühlsame Art, den Glauben auch für heutige Menschen erlebbar zu machen. Besonders seine Erfahrungen als Seelsorger in den Justizvollzugsanstalten in Werl und Schwerte haben ihn sehr geprägt, und er hat oft davon berichtet, wie unter solchen Bedingungen christlicher Glaube heute gelebt werden kann. In diesem Wirken ließ er sich von der Spiritualität des Charles de Foucauld inspirieren. Die kirchliche Hierarchie und ihr Agieren hat er immer kritisch begleitet. Auch die Frage der gleichberechtigten Stellung der Frau in der Kirche hat ihn umgetrieben.

Wenn es ein typisches Bild von ihm gibt, dann ist es eine Jacke, die er lose über seine Schultern geworfen hat. So werden ihn viele in Erinnerung behalten.

Als Prediger war er ein hoffnungsvoller Zeuge der Auferstehung Jesu. Wir glauben, dass er diesen Weg Jesu jetzt mitgegangen ist.

 

 

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