„Sankt Martin war ein guter Mann“, singen die Kinder bald wieder und sie lauschen gerne der Geschichte, wie der Soldat Martin seinen Mantel mit einem Bettler teilt, um ihn vor dem Erfrieren zu retten.

Teilen ist schön, so lernen die Kinder, und üben es gleich mit ihren Gummibärchen oder ihrem Spielzeug.

Aber die Geschichte des Heiligen Martin geht noch weiter, sie endet nicht mit dem Teilen des Mantels.

Christus erscheint dem Heiligen Martin im Traum, mit seinem Mantelstück bekleidet.

Das ist das Geheimnis des Teilens: Wenn wir teilen, begegnen wir dem auferstandenen Christus. Wir werden vom Schenkenden zum Beschenkten, indem wir Gott im Nächsten erfahren. Und so schwinden dann die Unterschiede, weil beide Beschenkte sind.

Unsere Mäntel brauchen wir nicht zu zerschneiden, aber teilen können wir z.B. unsere Zeit, indem wir jemanden treffen, der uns schon lange wiedersehen möchte. Oder unser Sofa, indem wir jemanden zu uns einladen, der sich besonders darüber freuen würde. Oder unser Geld, in dem wir uns bewusst etwas bei denen gönnen, die es in der Coronakrise hart getroffen hat.

Wege der Nächstenliebe gibt es viele, und sie alle führen in die Arme der Liebe Gottes.

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