„Mitleid ist falsch, denn dann geht es beiden Seiten schlecht“, so kann man es beim Philosophen Friedrich Nietzsche lesen.

Die Bibel definiert „Mitleid“ am Beispiel vom barmherzigen Samariter, das den meisten von uns seit Schulzeiten bekannt ist: Der Priester und der Levit gehen am Überfallenen vorbei – die, die von Berufs wegen helfen müssten, verweigern die Hilfe… Warum?

Vom Samariter heißt es, dass er im wahrsten Sinne des Wortes vom Mitleid „bewegt“ wurde: Er verband die Wunden des Überfallenen, setzten ihn auf seinen Esel und brachte ihn zur nächsten Herberge. Dort gab er dem Wirt Geld und versprach, weitere Kosten zu übernehmen.

Die Chefredakteurin eines ukrainischen Nachrichtendienstes sagt: „Ich weiß immer noch nicht, wie man mit seinen Kindern über den Krieg spricht, aber ich weiß genau, wie man ihnen erklärt, was Frieden ist: Frieden ist, wenn alle zusammenstehen.“

Der Schriftsteller Heinrich Böll beschreibt die Kraft des Mitleidens so: „Es wird uns eingeredet, dass Mitleiden in den Bereich der Sentimentalität gehört. Das ist eine Lüge. Mitleiden ist eine ungeheure Kraft, eine große Energie. Und auch eine schöpferische Phase gehört zum Mitleiden. Man will uns einreden, die Zeit des Mitleidens sei vorbei, doch harte Herzen brechen leichter als mitleidige Herzen, die eine große Kraft haben.“

Frieden ist, wenn alle zusammenstehen… In diesem Zusammenhang wird ein Wort von Adoph Kolping wichtig: „Tätige Liebe heilt alle Wunden, bloße Worte mehren nur den Schmerz.“

Der Krieg in der Ukraine dauert nun schon fast drei Monate, und es ist nicht abzusehen, wann und unter welchen Umständen für die Menschen – nicht nur in der Ukraine – er enden wird.

Also: Handeln wir hier bei uns im Angesicht der vielen Geflüchteten nach einem ganz einfachen, praktischen Motto: „Mitleiden durch Mithelfen.“

Es gibt in den Gemeinden unseres Pastoralen Raumes Dortmund-Nordost dazu viele Beispiele und Möglichkeiten: unsere Kleiderkammern mit Kleidung für Groß und Klein; gespendetes Spielzeug, Fahrräder, Roller, Bobbycars etc.; Benefizkonzerte, Kollekten und vieles andere mehr.

Nicht zu vergessen: die Friedensgebete in unseren Gemeinden, denn: vieles, was wir nicht aus menschlicher Kraft schaffen, vermag die Macht des Gebetes…

Diakon Hans-Dieter Schwilski

 

 

 

 

 

 

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