Wir stecken mitten im Frühling, die Natur zeigt es uns prachtvoll und vielfältig. Heute soll es um ein Gewächs gehen, das die meisten von uns kennen und das uns einiges zum Leben und Glauben sagen kann: Ich meine den KÜRBIS.

Kürbispflanzen greifen weit aus, sie haben viel vor, wollen mehrere Früchte zur Reife bringen. Dabei geht die Pflanze schrittweise vor und sichert jeden Wachstumsabschnitt. Manchmal gibt es an einer Pflanze zehn und mehr Fruchtansätze. In den Pflanzentrieben spürte man ihre Kraft, sie wachsen manchmal am Tag 10 bis 20 cm. An der Spitze sehen wir kleine Fruchtperlen, schnell zur gelben Kugel herausgebildet. Die Kürbisranken können gut die schweren Früchte tragen, bewegen sich elegant über den Boden, machen sich an Zäunen fest, locken Bienen und Hummeln an, und aus gelben Früchten wandeln sie sich in ein kräftiges Orange. Nicht alle gelben Fruchtansätze haben das Glück, gesund groß zu werden. Manchmal gibt es braune Flecken, und ein Teil der Pflanze fällt ab. Unsere Kürbispflanze lässt sich dadurch nicht entmutigen. Ich meine, dass wir uns von dieser Pflanze einiges abschauen können.

Bevor der Kürbis Blüten und Früchte bildet, treibt er einen sehr langen Austrieb, fest mit dem Untergrund verankert. Auch wir müssen uns manchmal als erstes vergewissern, ob unser Untergrund passt und trägt. Dann bildet der Kürbis Seitenarme, die sich an allen Dingen festmachen, die ihm auf seinem Weg begegnen. Dazu fällt mir das Stichwort Kooperation und Vernetzung ein. Erst danach entstehen langsam die Früchte (das eigentliche Projekt unserer Pflanze). Der Kürbis möchte aber viele Früchte bilden, die dann auch reifen können, und dazu braucht es einen entsprechenden Abstand. So sichert die Pflanze eine Frucht nach der anderen ab, am Boden, an Zäunen, und erst danach wächst sie weiter. Ein tolles Bild für unsere Gemeinden, unseren Pastoralen Raum oder auch demnächst für die großen Seelsorgeeinheiten. Folgende Impulsfragen könnten uns dabei begleiten:

Sind der Boden (Untergrund) und die anderen Rahmenbedingungen geeignet für das, was wir vorhaben? Sichere ich diesen Untergrund, bevor ich weitermache und weitergehe?

Gebe ich meinen Früchten (Projekten) genügend Sicherheit, dass sie wachsen können, meinen Zielen die besten Bedingungen, damit ich sie auch erreichen kann?

Halte ich inne, atme tief durch, bevor ich ein neues Projekt starte?

Vernetze ich mich mit anderen, die mit mir auf dem Weg sind, lasse ich mich unterstützen?

Wenn etwas scheitert, lasse ich mich schnell entmutigen, oder wachse ich daran und mache trotzdem weiter?

Kürbisse sind super für unsere Gesundheit. Kalorienarm, reich an Vitamin A, ihre Bestandteile unterstützen unsere Bauchspeicheldrüse, und sie sind ein wahres Elixier für unser Immunsystem. Darum noch eine letzte Frage: Trägt mein Projekt (unsere Arbeit in den Gemeinden) so wie ein Kürbis zur Gesundheit bei (der körperlichen und der seelischen) – und zwar sowohl bei mir selber als auch bei den anderen?

Frohe Grüße in dieser österlichen Zeit Euch und Ihnen,