Dieses Bild, das hier abgebildet ist, hängt in fast jeder polnischen Wohnung. Es ist das Bild der Schwarzen Madonna. Dieses Gnadenbild befindet sich auf dem Hellen Berg in Tschenstochau – polnisch Jasna Gora w Czestochowie.

Jedes Jahr wallfahren ca. 5 Millionen Menschen zu diesem Ort. Sie kommen nicht nur mit dem Auto, Bus oder Zug. Hunderte von Kilometern ziehen die Pilger zu Fuß singend und betend durch Wälder und Felder, durch Dörfer und Städte. Sie schlafen in Zelten, Scheunen oder auf Dachböden.

Auch Bundeswehrsoldaten pilgern gemeinsam mit den polnischen, slowakischen und litauischen Soldaten zu Fuß von Warschau nach Tschenstochau in Rahmen der Internationalen Soldatenwallfahrt.

Ich selber bin als Jugendlicher und später als Priester mit den Gemeinden gepilgert. Es war immer eine Gnadenzeit. Pilgern heißt beten mit den Füßen.

Die ersten Schritte der Pilger in Tschenstochau führen in die Kapelle zu dem Gnadenbild. Die Pilger sind berührt, tief bewegt. Ihr Gefühl drücken sie in dem berühmten Lied aus:

„Madonna, Schwarze Madonna, dein Kind lass mich sein. Ja, nimm mich, schwarze Madonna, in deine Arme hinein.“

Das Lied ist in mehreren Sprachen bekannt.

Das Gnadenbild der Schwarzen Madonna in Tschenstochau ist die heiligste Reliquie Polens und befindet sich seit sechs Jahrhunderten im Kloster Jasna Gora. Das Marienbild ist auf eine Holztafel aus Lindenholz gemalt.

Über die Schwarze Madonna ranken sich viele Geschichten und Legenden: z.B. soll das Gnadenbild auf einem Bild basieren, das der hl. Lukas auf einem Zypressentisch der Heiligen Familie gemalt haben sollte.

Die Geschichte des Bildes ist für die Pilger jedoch nicht von großer Bedeutung. Die Gottesmutter mit dem verletzen Gesicht hat schon manche verletzte Seele geheilt. So wollen wir hoffen und glauben, dass sie in diesen schweren Tagen einige Seelen in dem verirrten Europa heilen kann.

Nimm uns „Madonna, Schwarze Madonna, in deine Arme hinein“.

Gregor Orlowski

 

 

 

 

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