Seit letztem Herbst bin ich bei Ihnen, bei euch hier im Dortmunder Nordosten, also gut 200 Tage. Mit einer 50%-Stelle als Priester… also ein „Halber“. Aber geht das, so eine halbe Kraft voraus, wenn man mit Menschen zusammenarbeitet?

200 Tage durfte ich bis jetzt mit Ihnen leben. Wir haben zusammen gefeiert, geistig und auch ganz „weltlich“. Wir haben zusammen gelacht, aber auch getrauert und geweint. Leben halt…

Was mir in diesen gut 200 Tagen geschenkt wurde, passt nicht in ein paar Worte. Von der Taufe über die Erstkommunion, einer eisernen Hochzeit… bis zu dem schmerzhaften Abschiednehmen am Ende eines Lebens, so viel haben Sie mit mir geteilt. Einfach so, mit mir, Oli Schütte, einem doch eigentlich fremden Menschen.

Was ich bis jetzt wahrnehmen durfte, war eine wunderbare Vielfalt! Ob in Kirchderne oder Husen, ob in Franziskus oder Immaculata… egal, wo ich war in unseren sieben Gemeinden, so unterschiedlich sie auch sind – „Gott sei Dank“, möchte ich sagen -, so offen und herzlich haben Sie mich empfangen.

In den vergangenen Monaten gab es so einige Veränderungen für Sie: Vertraute Gesichter haben sich verabschiedet, neue kamen und kommen hinzu. Und wie ein Damoklesschwert scheint das „Immobilien-Konzept“ des Bistums über unserem Pastoralen Raum zu schweben.

Ich möchte hier an dieser Stelle eine Einladung aussprechen: Seien Sie kreativ, haben Sie Mut und keine Angst. Die Vielfalt im Raum ist unsere Stärke!

Vielleicht braucht es nur ein paar Schwerpunkte an dem einem oder anderen Ort.  Warum nicht ein Ort für Kinder und Jugendliche? Mit bunten, vielleicht auch lauten Feierformen. Mit einem Raum, um den junge Leute nicht kämpfen müssen, weil er ständig zugestellt wird.

Ich träume von einem Ort für die „hohe“ Liturgie, einem Ort, wo die Tradition gepflegt und gefördert wird.

Ich denke an einen Ort der Stille; dort, wo nur der Herr selbst spricht – warum nicht auch in der eucharistischen Anbetung?

Ich sehe einen Ort der Begegnung von Jung und Alt, von arm und reich, von gelebter Nächstenliebe. Ich träume und sehe noch unendlich mehr…

Jetzt mag der Eine oder die Andere doch denken, ach Schütte, das haben wir doch alles schon! Schau doch mal hier und dort genauer hin.

Ja, das mag stimmen. Und es steckt auch keinerlei Kritik hinter einer meiner „Spinnereien“. Andere mögen jetzt denken, wie naiv ich doch bin. Verzeihen Sie bitte, ich bin erst vor sieben Jahren Priester geworden, und ja, vor Gott bin ich gerne naiv. Und: Es sind nur ein paar Gedankenfetzen… von einem, der neu hinzugekommen ist.

In diesen Tagen hören wir von Jesus: „Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“

Lassen Sie uns wie in einer Familie in Liebe begegnen und gemeinsam in die Zukunft hier im Dortmunder Nordosten gehen. Dazu lädt uns Christus selbst ein. Und ich freue mich sehr, ein Teil dieser großen Familie zu sein.

„Liebt einander“!

Ihr und euer Oliver „Oli“ Schütte, Vikar

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