Während Sie diese Gemeindenachrichten in Händen halten, feiere ich in Köln Karneval. Sicherlich habe ich schon ein paar Mal „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ gesungen, wenn Sie das lesen. Für den Jecken ist das so – nicht für den Christen! Im Gegenteil: An Aschermittwoch beginnt etwas Neues, wenn auch anders „neu“ als das neue leuchtende Hemd oder das neue Heft mit den strahlendweißen Seiten, das ich gekauft habe.
Der Name Aschermittwoch klingt nach etwas, das schon kaputt ist, aussortiert, unbrauchbar. Aber gerade da wartet etwas Neues. Gerade da wartet ein neuer Anfang, der um alles weiß, was schon zu Ende gegangen ist, der weiß um Abschiede, gescheiterte Pläne, unerfüllte Lieben, geplatzte Hoffnungen. So macht Gott neuen Anfang. Er wartet nicht auf optimale Bedingungen. Er fängt da an, wo wir sind und wie wir sind.
Wir sehen in unsere Welt und sehen grausame Kriege, kippendes Klima, soziale Kälte. Und wir fragen uns: Wie soll das alles enden, was da in Schutt und Asche liegt? Aber genau da fängt Gott neu an. Er begleitet uns auf dem Weg, der in der Asche beginnt. Er verspricht uns keinen leichten Weg. Aber er zeigt uns seinen Sohn. Der Sohn ist diesen Weg gegangen – und es war keine Sackgasse! Anders als das leuchtende Hemd und das Heft mit den strahlendweißen Seiten, deren Schönheit verblasst, ist es mit dem Weg, der am Aschermittwoch beginnt. Der Aschermittwochsweg beginnt grau, blass, trübe und farblos. Aber der Sohn Gottes ist an unserer Seite, er, der von den Menschen aussortiert und weggeworfen wurde. In und durch diesen Sohn schafft Gott neues, farbenfrohes, leuchtendes Leben. Gott, der aus dem Nichts die Welt erschuf, kann das!
Ohne die Hoffnung auf diesen Gott könnte ich mich nur wie Hiob in die Asche setzen und alles verloren geben. Wir aber sehen auf den Sohn Gottes und dürfen gewiss sein: Sein Weg führte aus der Asche zum Licht. Und dieses Licht fällt auf uns, wo immer wir Ja zum Leben sagen gegen so viel Nein. Dieses Licht fällt auf uns, wo wir der Welt mehr zutrauen als Schutt und Asche. Hoffnung und Vertrauen verändern uns und durch uns diese Welt!
Starten Sie alle gut in eine hoffentlich gesegnete Fastenzeit!
