Die Tage im Dezember werden immer kürzer und dunkler. Diese „dunkle“ Stimmung wirkt sich schnell auf uns aus, und Müdigkeit sowie Lethargie scheinen die Oberhand zu gewinnen. Die Sehnsucht nach einem frühen Sonnenaufgang wächst. Auch der Alltag unserer Welt fügt sich in diese Stimmung ein: Die Welt sehnt sich nach Frieden, nach Gerechtigkeit und nach einem Leben in Zufriedenheit und Freude – einem Leben, in dem die Lasten des Alltags nicht mehr so schwer auf uns liegen.
Diese Sehnsucht mischt sich mit der Adventszeit, die durch Weihnachtsmärkte und Feiern ein beinahe vollkommen weihnachtliches Flair erhält. Die Freude an Glühwein, Punsch, Bratäpfeln oder Bratwurst beschwingt eine Zeit, die doch oft von vielem Negativen geprägt ist. Beim Plätzchenbacken und in den schönen Momenten der Vorweihnachtszeit darf Vorfreude wachsen.
Dabei möchte die Adventszeit unser Leben noch einmal bewusst in den Blick nehmen. Sie hält sowohl das Gute als auch das Schwere fest und lässt beides in der Hoffnungsperspektive Gottes aufscheinen.
In diesen Wochen schauen wir auch auf Menschen, die aus dieser christlichen Hoffnung heraus gelebt haben. Drei von ihnen möchte ich Ihnen und euch besonders ans Herz legen:
Eine der Drei ist die Heiligen Barbara. Sie lebte ein kraftvolles Zeugnis des Glaubens. Als Lichtgestalt entschied sie sich bewusst für ihren Glauben und bekannte ihn selbst unter der damaligen Verfolgung der Christen.
Dann begegnet uns der Heilige Bischof Nikolaus, der als Wohlhabender die Botschaft Christi erkannte. Aus ihm wurde ein Mensch, der aus echter Nächstenliebe heraus denjenigen beistand, die im Dunkeln lebten.
Mitten in der dunklen Jahreszeit tritt schließlich die Heilige Lucia hervor. Sie tut genau das, was auch die Adventszeit tut: Licht bringen. Gerade ihre Botschaft, dass Jesus als Licht der Welt erscheint, trifft mitten hinein in unseren Alltag. Sie schenkt uns das Licht.
Die Adventszeit ist eine vielfältige und durchmischte Zeit, in der wir alle Seiten unseres Lebens und unserer Welt bewusst wahrnehmen dürfen. Wir dürfen sie erleben, durchleben und ins Licht dieser besonderen Zeit stellen. Zugleich dürfen wir uns bewusst machen, dass wir als Christen eine Hoffnung haben, die beständig bleibt. Die Hoffnung, die mit der Geburt Jesu in die Welt gekommen ist, bleibt gegenwärtig und fordert uns auf, selbst Lichtträger zu sein – durch Wort und Tat.
Vielleicht können uns in diesem Jahr die drei genannten Heiligen ganz besondere Vorbilder sein: Lichtbringer des Glaubens, die uns ermutigen, ihnen ein wenig nachzuahmen. Wir dürfen hinaus gehen in das Weite dieser Welt und Hoffnung streuen.
Ich wünsche Ihnen und euch eine gute und hoffnungsvolle Adventszeit!
