„Und er wurde vor ihnen verwandelt;

sein Gesicht leuchtete wie die Sonne

und seine Kleider wurden weiß wie das Licht“

Mt 17,2 – Evangelium vom 2. Fastensonntag

 

Wenn wir von einem Menschen sagen, er habe den Durchblick, dann schwingt darin fast etwas Bewunderung mit für Jemanden, der auch in unübersichtlichen Gegebenheiten noch Orientierung hat.

Dagegen empfinden wir Erfahrungen, die uns hinter die Dinge schauen lassen nicht unbedingt als erstrebenswert, weil der Durchblick, der uns da gewährt wird, uns Menschen oder Umstände in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen.

Das kann ernüchternd oder sogar erschreckend sein, weil die Erkenntnis, die mich da ereilt hat, die Welt, wie ich sie bisher verstanden habe, als trügerisch oder gar falsch entlarvt.

Es kann aber auch überwältigend sein, dass sich mir hinter der Welt oder dem Leben, wie es uns umgibt und wie es äußerlich scheint, eine andere Welt auftut, eine Welt voller Licht, die das übersteigt, wofür wir noch Worte haben.

In der Weggefährtenschaft zwischen Jesus und seinen Jüngern muss es solche Momente gegeben haben, in denen die Jünger Jesus wortwörtlich in einem anderen Licht erlebten, was eine Ahnung weckte, dass ihnen in ihm mehr begegnete als einfach ein guter Mensch, sondern etwas vom Licht Gottes selbst.

Allzu begreiflich ist es deshalb, dass Petrus, Jakobus und Johannes diesen Durchblick behalten und nicht mehr dahinter zurückwollten. Aber so ist das in der Regel mit unseren Durchblicken. Sie bleiben Momentaufnahmen, Momente der Erkenntnis und der Klarheit, wohin unser, wohin mein Weg führen soll.

Solche Lichtmomente wünscht von Herzen

Pastor Georg Birwer