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Die Sommerzeit ist auch die Wallfahrtszeit. Viele von uns pilgern zu verschiedenen Wallfahrsorten, zum Beispiel nach Kevelaer, Neviges, Stromberg, Santiago de Compostela oder nach Fatima.

Auch unsere Gemeinden sind im Mai traditionell zur Maria, „Trösterin der Betrübten“, nach Werl gepilgert. Viele von uns haben eigene Erinnerungen an diese Wallfahrt. Die Krönung war immer die gemeinsame hl. Messe in der Basilika. Ein berühmter Pilgerweg ist der Jakobsweg, den ich auch gegangen bin.

Mein Wunsch, ein Pilger auf dem Jakobsweg zu sein, ist vor vielen Jahren entstanden, als ich den Wallfahrtsort Santiago de Compostela besuchte. Ich war fasziniert und tief beeindruck von den Pilgern, die erschöpft und gleichzeitig glücklich Compostela erreicht haben.

Glaube und Neugier, das waren meine Voraussetzungen, die mich zum Jakobsweg gebracht haben. Während des Pilgerns habe ich viele Weggefährten aus verschiedenen Ländern der Welt kennengelernt.

Wir haben zusammen gesprochen, gelacht, gesungen, gebetet und auch zusammen geschwiegen. Und trotzdem ging jeder seinen Weg ganz allein. Auf diesem Weg habe ich Zeit für mich selbst und für Gott gehabt. Beides gehört für mich zusammen.

Tagelanges Gehen bei schönem Wetter, bei Dauerregen, manchmal auch mit gesundheitlichen Problemen – da kommt die Selbsterfahrung ganz von allein. Am Ziel in Santiago de Compostela ist die Freude dann auch mit  ein bisschen Wehmut vermischt, denn der Pilgerweg nach Santiago ist hier zu Ende. Es muss auch nicht immer der Jakobsweg sein.

Hier in unserer Umgebung gibt es auch viele Pilger- und Wanderwege. Nehmen wir uns einen Tag Zeit, eine Auszeit für Gott. Nehmen wir einen Rucksack mit Proviant und unseren Gedanken mit. Vielleicht nehmen wir auch einen Stein als Symbol für unsere Sorgen mit.

Und dann gehen wir los…

Ich bin überzeugt, dass dieser Pilgertag jedem von uns gut tun wird.

Gregor Orlowski